Dalip
Zunächst malt Dalip Köpfe wie Häuser ohne Fenster; graugrüne, graublaue mächtige Gebilde, gewachsen wie Felsen, wie Natur, in denen ein Lied aus alten Götterzeiten, aus dem Schöpfungsanfang, wiegt.
Diese Köpfe sind fast abstrakt-konkret gemalt. Ihr Volumen wächst aus der Fläche in zarten Farbabwandlungen. Sie geben der Fläche die Mitte. Sie teilten die Malfläche nach rechts und links, aber es fehlte das Offene.
Auch die Köpfe von Dalip sind mystische Köpfe. In der unschuldigen Kühle ihrer Farben und Formen besitzen diese Köpfe eine Frische, wie der Morgen des Lebens, aber sie lächeln uns nicht zu, sie locken nicht, hinter ihre Stirn zu sehen. In ihrer Festigkeit aber waren und sind sie sichere Begleiter, wie ein Totem oder ein Mandala. Dalip malte sie einzeln, zu zweit, in Gruppen. Sie stehen sich gegenüber, wenden sich voneinander ab. Sie sind und waren eine statische Bilderwelt, ähnlich wie bei Giorgio Morandi (1890 - 1964). Es sind Stillleben und, ähnlich wie bei Giorgio Morandi, Anlass für Malerei. Aus dieser zunächst so zurückhaltenden Malerei seiner Köpfe schuf Dalip durch Aufhellen oder Dunkeltönen der Farbe Volumen. Diese schlanken Köpfe auf langen Hälsen gewannen für sich Raum. Ohne perspektivische Darstellungen gewannen sie Leben in der Objektivität der Fläche aus der Farbe. Dieses Leben ist das Lebendige an sich, es ist das Fließen der Zeit im Bild, das ihm Einhalt gebietet. Dalips Position ist darin der von Jawlensky näher als der von Beckmann. Aber Dalip verschließt sich nicht der Aufzeichnung. In den nachfolgenden Jahren gibt es Skizzen, Notizen, Festhaltungen des Alltags, die ins Bild geraten, teilhaben an diesem ruhigen Klang. Die Formen werden offener, die Farben werden freier.
AUS TOPOGRAPHIE DES LEBENDIGEN
VON DR. FRIEDHELM HÄRING
Dalip Kunstbücher
| 1964 | geboren in Bubavec / Kosovo |
| 1974 | Dalip entdeckt seine Liebe für die Malerei und experimentiert in den folgenden Jahren mit verschiedenen Stilen und Materialien |
| 1984 | Reisen quer durch Europa mit Besuchen in Galerien und Museen |
| 1986 | Gymnasialabschluss Pädagogische Akademie in Gjakova / Kosovo |
| 1988 | Reisen nach Paris, Barcelona, London |
| 1989 | Aufenthalt in Österreich |
| 1991 | Dalip beschließt in Österreich zu bleiben |
| 1995 | Erste Ausstellung in der Galerie Rosegg, es folgen weitere in Wien, Frankfurt und Klagenfurt |
| 1999 | Aufbauarbeiten im Kosovo Geburt von Sohn Dalwin Ankauf durch Museum der Moderne, Gießen |
| 2000 | Aufenthalt in Tunesien und Marokko |
| 2001 | Aufenthalt in Florida / USA |
| 2003 | Aufenthalt am Scharmützelsee Ankäufe von Allianz, Deutsche Bank und Crédit Suisse |
| 2006 | seit April lebt und arbeitet er in Frankfurt am Main |
